16.01.2008

Nokia, die Subventions Heuschrecke

Tja, so läuft das Geschäft im internationalen Global Player Zirkus. Die Herrschaften von Nokia haben zwischen 1995 und 1999 Subventionen in Höhe von 88 Millionen Euro eingesackt.
60 Millionen vom Land NRW. Dazu kommen noch ca. 28 Millionen vom Bund.

Eine an die Förderung geknüpfte Bindungsfrist zum Erhalt von 2860 Arbeitsplätzen in Bochum sei im September 2006 abgelaufen, sagte Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU). Schon im März 2007 habe Nokia dann angekündigt, ein Werk in Rumänien auszubauen. «Die zeitliche Parallelität muss schon beunruhigen», sagte sie.


Na das ist doch prima geplant. Subventionen abkassieren, dicke Gewinne einfahren und dann als Begründung des Standortwechsel die günstigeren Lohnkosten vorschieben.

Natürlich zahlt Rumänien auch kräftig dafür, dass Nokia dort die geplanten 3.500 Arbeitzplätze schafft. Diese Art und Weise ist nichts anderes als reine Abzocke.

Letztendlich kursiert auch noch das Gerücht, dass für den Umzug nach Rumänien und Ungarn auch noch Fördergelder aus dem EU Topf aus Brüssel fliessen sollen (oder schon geflossen sind).

Wie bitte? Höre oder lese ich richtig? Deutschland zahlt den grössten Anteil in den EU Topf ein und von dort wird jetzt auch noch Geld an Nokia gezahlt, dafür dass hier in Deutschland die Arbeitsplätze flöten gehen.

Eigentlich unfassbar und nicht zu glauben. D.H. wir zahlen als kleiner Bürger (daher kommt ja letztendlich das Geld für Subventionen) dafür dass es hier die Arbeitsplätze gibt und dann auch noch dafür, dass die Menschen ihren Arbeitsplatz wieder verlieren.

Eigentlich sollte man die Produkte von NOKIA komplett boykottieren. Dann sollte man mal sehen wie schnell die Heeresführung von den Subventions Heuschrecken ihre Entscheidung zur Standortsaufgabe überdenkt. Ich werde einfach mal etwas vorbereiten. Stay tuned...

edit: auch bei fairschreiben.de macht man sich Gedanken.

Kommentare:

  1. Solidarität mit Bochum


    Standortverlegungen trotz hoher Produktivität und Gewinnen
    sind die zynischen Auswüchse des Turbo-Kapitalismus.

    Die Politik ist machtlos.

    Die einzige Macht liegt in der internationalen Solidarität
    und im Verhalten der Verbraucher.

    Der Tankstellen-Boycott von SHELL im Jahr 1995 hat gezeigt
    - Widerstand ist erfolgreich.

    Bitte benutzen Sie dieses Logo überall: im Internet, in Blogs
    und auf der Straße um NO zu NOKIA zu sagen.
    http://www.art-mix.de/boycottnokia/index.html

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  2. Schon richtig, der Verbraucher hat die Macht. Aber was macht der Verbraucher? Er läuft weiterhin in die Shops von Telekom, O2, E-Plus, Vodaphone etc. und kauft dort brav sein Nokia-Handy, welches ihm dort von Verkäufern angeboten wird, denen die Bochumer Arbeitsplätze so scheißegal sind, wie auch ihrem Arbeitgeber, der dann halt demnächt rumänische Nokia-Handys aus purer Profitgier verkauft.
    Wenn schon Boykott von Nokia, dann aber bitteschön auch Boycott der Unternehmen, die immer noch glauben, dass sie mit Nokia-Produkten auf dem Rücken der deutschen Arbeitnehmer absahnen dürfen!
    Ralf

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  3. Ich bin auch für einen Nokia Boykott.

    Ich denke nur das dies bei Nokia einkalkuliert ist wenn der Boykott nur einige Monate andauert.
    Ein Boykott hat nur Sinn wenn er solange andauert bis es zu neuen Quartalszahlen kommt,
    also bis zum Weihnachtsgeschäft. Die Aktionäre müssen es spüren, dann tut sich etwas.
    Es funktioniert nur durch Nachhaltigkeit.
    Wer erinnert sich noch an Mannesmann und Vodafon? Oder an den Stellenabbau der Deutschen Bank?
    Oder BenQ mit den Siemens-Handys.
    Ohne absoluten nachhaltigen Boykott hat es sicherlich keinen Zweck.


    Igor

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  4. Da kann ich allen 3 Kommentatoren leider nur zustimmen. Ein nachhaltiger Boykott wäre das einzige wirksame Mittel. Leider Gottes ist das Drama um die Arbeitsplatz Zerstörung nur kurz in den Köpfen der Menschen (ausser die Betroffenen, die ihren Arbeitsplatz verloren haben). Wer redet heute über AIDS, BSE, Vogelgrippe, Kampfhunde und ähnliche Themen. Diese Tatsache ist mit Sicherheit in den Köpfen der Nokia Führungsriege einkalkuliert.

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